Während sich die Glocken „auf Kurzurlaub in Rom“ befinden, übernehmen die Ministranten den Dienst, die Gläubigen mit ihren Ratschen an die Gottesdienste zu erinnern.

Doch warum läuten die Glocken schon ab dem Gründonnerstag nicht mehr und nicht erst ab dem Karfreitag? Das hat damit zu tun, dass am Gründonnerstag das sogenannte Triduum Sacrum beginnt (die drei heiligen Tage: Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag). Es erinnert uns an das Letzte Abendmal, das Leiden und den Tod Jesu. Nach dem feierlichen Gloria in der Abendmesse am Gründonnerstag verstummen die Glocken – bewusst schon vor dem eigentlichen Todestag.
Die Symbolik dahinter und das Verstummen hat eine klare Bedeutung: die Freude endet mit dem Gloria am Gründonnerstag – Stille und Trauer beginnen gleich danach – die Freude kehrt mit den Glocken in der Osternacht zurück.
Der Gründonnerstag erinnert uns an das Letzte Abendmal – hier in der Minoritenkirche in Wien:

Aber warum wird eigentlich das Allerheiligste am Gründonnerstag aus dem Tabernakel genommen und in den Seitenaltar gebracht?

Es ist dies eine Erinnerung an den Weggang Jesu. Nach dem Abendmahl verlässt Jesus den Saal und begibt sich in den Garten Getsemani um zu beten. Das leere Tabernakel mit der offenen Türe symbolisiert die Leere und Trauer. Jesus ist nicht mehr in unserer Mitte. Die Zeit der Trauer beginnt und endet erst in der Osternacht.

Kurz gesagt das Allerheiligste verschwindet nicht einfach, sondern es wird bewusst weggetragen um den Beginn von Jesu Leiden und die besondere Stille dieser Tage sichtbar zu machen. Der Hauptaltar wird danach komplett entblöst, das heißt alle Altartücher werden entfernt.

